Medienkonferenz 3D-Seismik Kampagne

Start der Prospektionsphase – Das Untersuchungsgebiet für die «3D-Seismik» steht fest

In einer gemeinsamen Pressekonferenz des Kantons Thurgau und der Geothermie Thurgau AG wurden heute wichtige Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt Geothermie Schlattingen präsentiert und das weitere Vorgehen beim Zukunftsprojekt «Thurgauer Energienutzung aus dem Untergrund, TEnU 2030» vorgestellt.

Bund unterstützt das Projekt «TEnU 2030»

Die kürzlich erfolgte Zusage von Bundesmitteln ist der Startschuss für die Prospektionsphase im Projekt «TEnU 2030». Dieses ist eines von sieben Grossprojekten, das im Rahmen des «Thurgauer Chancenpakets» vor drei Jahren von der Thurgauer Stimmbevölkerung angenommen wurde. Verantwortlich für die Durchführung des Projekts «TEnU 2030» ist die Geothermie Thurgau AG. «Sie schafft damit die wissenschaftlichen Grundlagen für eine lokale, sichere und nachhaltige Energieversorgung, unabhängig von Wetter, Jahreszeit und Importen», wie Bernd Frieg, Geschäftsführer der Geothermie Thurgau AG betont. Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstreicht mit seiner Unterstützung die hohe Qualität und die Bedeutung des Vorhabens.

Festlegung des Untersuchungsgebietes und Start der Prospektionsphase

Die Prospektionsphase besteht im Wesentlichen aus der Durchführung einer geophysikalischen 3D-Seismik-Kampagne im ausgewählten Untersuchungsgebiet des Kantons. Gebiete in den Kantonen St. Gallen und Zürich einbezogen werden müssen, um ein vollständiges Abbild des Untergrundes im Thurgau zu erhalten. Die Festlegung des Untersuchungsgebiets basiert auf der Analyse sämtlicher verfügbarer geologischer Daten und Überlegungen zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit. In der ausgewählten Region ist die tiefe Geothermie besonders vielversprechend für eine wirtschaftliche Nutzung.

Durchführung der 3D-Seismik

Die 3D-Seismik ist eine Methode zur grossräumigen Erkundung des Untergrundes. Dazu müssen Sensoren, sogenannte Geophone, gleichmässig im Messgebiet verteilt werden. Die Geophone zeichnen seismische Wellen auf, die durch Vibrationsfahrzeuge an der Erdoberfläche und punktuelle Impulsquellen im Untergrund erzeugt werden. Die Vibrationsfahrzeuge bewegen sich auf bestehenden Strassen und Wegen. Die seismischen Wellen werden von den verschiedenen Schichten im Untergrund reflektiert und an die Oberfläche zurückgesandt und dort von den Geophonen aufgezeichnet. Aus den Ergebnissen der Messungen lässt sich ein genaues Abbild über den Aufbau der geologischen Schichten im Untergrund erstellen. Sie bilden die Grundlage für die Planung der nachfolgenden Explorationsphase mit Tiefbohrungen.

Zeitplan und Bewilligungsverfahren

Die 3D-Messkampagne ist für den Winter 2027/2028 vorgesehen und dauert rund vier Monate. Im Frühjahr/Sommer 2027 werden alle betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer kontaktiert und im Detail informiert. Die Ergebnisse des Projekts sind öffentlich zugänglich und ermöglichen es Gemeinden, Landwirtschaftsbetrieben sowie Gewerbe und Industrie, eigene Geothermieprojekte fundiert zu planen und umzusetzen. Für die seismischen Untersuchungen ist eine kantonale Bewilligung notwendig. Im Vorfeld wird nach Eingang der vollständigen Projektgrundlagen das Vorhaben von den relevanten kantonalen Fachstellen beurteilt und in den involvierten Gemeinden öffentlich aufgelegt.

Pressemitteilung als PDF

Messgebiet der 3D-Seismik-Kampagne der Geothermie Thurgau AG

Gemeinden im Kanton Thurgau: Aadorf, Affeltrangen, Amlikon-Bissegg, Bettwiesen, Bichelsee-Balterswil, Braunau, Bussnang, Eschlikon, Felben-Wellhausen, Fischingen, Frauenfeld, Gachnang, Herdern, Homburg, Hüttlingen, Hüttwilen, Lommis, Märstetten, Matzingen, Müllheim, Münchwilen, Pfyn, Rickenbach, Sirnach, Stettfurt, Thundorf, Tobel-Tägerschen, Uesslingen-Buch, Wängi, Warth-Weiningen, Weinfelden, Wigoltingen, Wilen b. Wil, Wuppenau

Gemeinden im Kanton St. Gallen: Kirchberg, Jonschwil, Uzwil, Wil, Zuzwil

Gemeinden im Kanton Zürich: Bauma, Elgg, Ellikon an der Thur, Elsau, Hagenbuch, Schlatt, Turbenthal, Wiesendangen, Wila, Zell

Vibrationsfahrzeug
Vibrationsfahrzeug
Erstellung eines Bohrloches für die Impulsseismik
Erstellung eines Bohrloches für die Impulsseismik
v.l. Walter Schönholzer, Chef des Departements für Inneres und Volkswirtschaft; Martin Eugster, Leiter des Amts für Umwelt; Bernd Frieg, Geschäftsführer Geothermie Thurgau AG und Christoph Wanner, Dozent für Geoenergie, Universität Bern