2. GeoHEAT Generalversammlung
Am 11. und 12. Juni 2026 hat die 2. Generalversammlung des europäischen Forschungsprojektes GeoHEAT in Umeå in Schweden auf Einladung des Projektpartners Guideline Geo stattgefunden. Umeå ist die grösste Stadt Norrlands und liegt an der Mündung des Flusses Ume älv in der Provinz Västerbotten.
Es ist beeindruckend, welche Fortschritte das Gesamtprojekt seit der letzten Generalversammlung in Pisa (26. Juni 2025) gemacht hat. Die Arbeitspakete sind nun deutlich konkreter und zielgerichteter. Insbesondere die Entwicklung eines neuen Bohrlochradars für hohe Temperaturen bis zu 200 °C zur Gesteinscharakterisierung war eindrücklich. Der aktuelle Stand der Entwicklung des neuen Messgerätes konnte in den Räumlichkeiten von Guideline Geo in Umeå besichtigt werden. Die erwarteten Ergebnisse stellen eine klare Verbesserung dar, um potenzielle Fließstrukturen zu erkennen und Informationen über die Bruchgeometrie zu gewinnen. Eine verbesserte Eindringtiefe ist ein Vorteil, um die Umgebung des Bohrlochs mit einer kosteneffektiven Methode zu charakterisieren (Bohrlochradar vs. VSP). Allerdings liefert das Bohrlochradar natürlich keine hydraulischen Parameter.
Im Übrigen wurden die neusten Auswertungen der Passiv-Seismik Messkampagne im Kanton Thurgau vorgestellt und diskutiert. Die passive Seismik ermöglicht ein besseres Verständnis der großen Strukturen im Untergrund. Es bestehen jedoch weiterhin Einschränkungen, und die Methode kann nicht die klassischen 3D-Seismikkampagnen mit künstlichen Anregungen (z.B. durch sogenannte Vibratoren) ersetzen, die zur Bestimmung des Zielpunktes einer Bohrung und zur Festlegung des entsprechenden Bohrpfads im Rahmen einer Exploration erforderlich sind.